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Unbekanntes Polen entpuppt sich als verstecktes Juwel

Von der bewegten Vergangenheit, zu geschichtsträchtigen Städten bis hin zu unberührter Natur. Das unbekannte Polen entpuppt sich beim näheren Hinschauen als verstecktes Juwel im östlichen Europa.

Nach einem zweistündigen Flug setzen wir am späten Morgen in Warschau, der Hauptstadt Polens auf. Gleich anschliessend nimmt uns unser Reiseleiter mit auf eine Stadtrundfahrt. Als erstes besuchen wir den Lazienki Park im Herzen Warschaus. Die schönste Gartenanlage in der Stadt mit einer Fläche von gut 80 ha ist mit dem Chopin-Denkmal und dem Inselpalast am See ein idyllischer Ort, um der Hektik der Stadt zu entfliehen. Wir flanieren gemütlich durch das prächtige Grün und hören die ersten Anekdoten über Warschaus Vergangenheit. Während einer gemütlichen Kaffeepause im Park Café lernen wir unsere Gruppe kennen. Danach fahren wir bis zur Altstadt, wo wir aussteigen und unseren Weg zu Fuss weiterführen. Es geht vorbei an den historischen wiederaufgebauten Gebäuden und dem ehemaligen Königsschloss. Auf dem Marktplatz geniessen wir die Mittagspause und schauen dem Treiben der Leute zu. Danach geht es mit dem Bus weiter zum Kulturpalast. Beim Anblick des Gebäudes erinnert seine Ähnlichkeit an das Empire State Building in New York. Im 30. Stockwerk betreten wir die Aussichtsplattform und geniessen den 360-Grad Blick über Warschau. Anschliessend geht es zum Hotel, wo wir ein gemeinsames Abendessen einnehmen und auf unseren 1. Reisetag anstossen.

Krakau

Am nächsten Tag geht es für einige der Reisegruppe mit dem Zug nach Krakau. Nach der 2.5 stündigen Fahrt durch malerische Landschaften und weiten Wäldern erwartet uns ein lokaler Stadtführer, der mit der Krakauer Geschichte bestens vertraut ist. Wir starten den Rundgang beim Florianstor, der Startpunkt des Königsweges zum Wawel Schloss und das einzige erhaltene Stadttor der historischen Stadtbefestigung. Der Weg führt uns vorbei an traditionellen Kaffeehäusern, Spezialitätengeschäften und mittelalterlichen Barockgebäuden bis zum bekannten Marktplatz, auf dem die Tuchhallen und die Marienkirche stehen. Wir machen einen kurzen Abstecher in die Marienkirche und zur Universität, an der auch der Astronom Nikolaus Kopernikus einst studierte. Zum Abschluss des Tages laufen wir zum Wawel Schloss, das imposant über Krakau thront. Am späteren Nachmittag geht es mit dem Zug zurück nach Warschau.

Sensburg

Am 3. Tag verlassen wir Warschau und fahren nordwärts in Richtung Masuren. Das heutige Tagesziel ist Sensburg. Unterwegs machen wir einen Halt in Allenstein, dass wir während eines kleinen Rundgangs erkunden. Auch hier hatte Nikolaus Kopernikus seine Spuren hinterlassen. Am späteren Nachmittag erreichen wir unser Hotel in Sensburg, dass idyllisch am Schoss-See liegt.

Seenlandschaft Masuren

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen der nördlichen Masuren Region. Es geht zuerst in das Dorf Swieta Lipka, das für die Wallfahrtskirche Heilige Linde bekannt ist. Während wir dem kurzen Orgelkonzert lauschen, beobachten wir die vielen kleinen Figuren, die sich abwechselnd und je nach Melodie bewegen. Anschliessend geht es nach Nakomiady, wo wir eine kleine Kachel-Keramik-Manufaktur besuchen. Während des kurzen Besuches erläutert uns eine Mitarbeiterin die traditionelle Herstellung von der Vorbereitung der Formen, über das Giessen bis zum sorgfältigen Dekorieren der Objekte. Auf dem Rückweg zum Hotel sehen wir immer wieder Storchenneste, die zahlreich in der gesamten Masuren Region immer wieder zu sehen sind.

Der zweite Tag in den Masuren verbringen wir in der südlichen Region. Die Fahrt führt uns vorbei an idyllischen Dörfern und kleinen und grossen Seen, die durch Kanäle miteinander verbunden sind und somit ein riesige Wassernetz in der Region bilden. Der erste Halt machen wir in Nikolaiken, das auch als Sommerhauptstadt Polens bekannt ist. Zum Sommerbeginn findet hier ein grosses Fest statt, bei dem der in den Masuren heimische Stinthengst, eine Fischart, feierlich zelebriert. Wir spazieren über den Hauptplatz und entlang der Hafenpromenade, bevor es weiter in die Johannisburger Heide geht. In Eckertsdorf angekommen, besichtigen wir das ehemalige Kloster der Altgläubigen, das einsam am Dus-See liegt und eine friedliche Atmosphäre ausstrahlt.

Zum Abschluss des Tages, besuchen wir eine Tierstiftung.

Insider-Erlebnis: Zu Gast bei einer Tierstiftung

In der Umgebung von Zyzdrojowy Piecek erreichen wir am Nachmittag die Tierstiftung Eulalia. Die Besitzerin namens Eulali empfängt uns am Waldrand mit dem Zweispänner-Planwagen und nimmt uns gleich mit auf eine gemütliche Fahrt durch das weitläufige Waldgebiet. Stets begleitet werden wir auch von Eulalia’s Hund, der fröhlich neben dem Wagen herrennt und uns mit seiner witzigen Art immer wieder zum Schmunzeln bringt. Der Duft von Moos und feuchter Erde steigt uns in die Nase, während wir uns auf der gemütlichen Fahrt über die Waldwege entspannen. Diese Zeit nutzt Eulali, um uns die Entstehungsgeschichte und den Alltag ihres Gnadenhofs zu erzählen. Auf dem Hof angekommen nimmt uns Eulali mit auf einen Rundgang. Zuerst besuchen wir zahlreiche Hühner, Pfauen und Enten. Danach geht es durch den liebevollgepflegten Garten zu Pferden und einem Schwein. Auf dem Hof leben noch einige weitere Tiere, die wir aber nicht sehen können, da sie auf den weiter entfernten Weiden den Tag verbringen. Nichtsdestotrotz staunen wir über den farbefrohen Garten und die vielen liebevoll hergerichteten Gehege mit den glücklichen Tieren. Im Anschluss betreten wir eine gemütliche Scheune, wo der Tisch reichlich gedeckt ist. Verschiedene Sorten an regionalem Käse, leckeres Brot und kleine Knabbereien warten darauf von uns gegessen zu werden. Immer wieder hört man ein «mmh», «so fein», «richtig guet», «de Chäs isch de Hammer», was unmissverständlich zeigt, wie gut uns das Essen schmeckt. Nach diesem herzergreifenden Nachmittag und gefüllten Bäuchen machen wir uns auf den Weg zurück ins Hotel.

Buchwalde, Marienburg, Danzig

Am 6. Tag verlassen wir die Masuren. Wir fahren nach Drulity und besteigen unser Schiff, dass uns für die nächsten Stunden durch den Oberländer Kanal und über die «Schiefen Ebenen» chauffiert. Der Wasser- und Schienenweg führt durch ein Naturparadies mit vielen Biotopen, Wiesen und Feldern. Die Konstruktion des Werkes ist zweifelsohne eine technische Meisterleistung. Wir überwinden mittels einer «Schiffseisenbahn» knapp 100 Meter Höhendifferenz. Die Schiffe werden auf Transportwagen, welche auf Schienen laufen, befördert. Das System ist demjenigen einiger alter Bergbahnen ähnlich. Ein Wagen samt Schiff wird nach oben gezogen, respektive hinuntergelassen. Der zweite Wagen auf dem Nebengleis dient als Gegengewicht. Während wir gemächlich dahingleiten, beobachten wir das Geschehen am Ufer oder schauen gespannt zu, wie wir sämtliche Ebenen überwinden. So was Spezielles wie wir auf diesem Ausflug erleben, hat von unserer Gruppe vorher noch nie jemand erlebt. Ein einzigartiges Erlebnis. Anschliessend verlassen wir das Schiff und fahren mit dem Bus weiter bis nach Marienburg, wo wir eine Besichtigung der gleichnamigen Burg machen. Die mittelalterliche Burganlage ist der grösste Backsteinbau Europas und gehört zu Recht auf die Liste der UNESCO-Weltkulturerben. Anschliessend geht die Fahrt weiter an die Ostsee bis zu unserem Tagesziel Danzig. Der freie Abend ist eine willkommene Abwechslung die ersten Eindrücke der Stadt zu sammeln.

Danzig

Am nächsten Morgen erwartet uns eine lokale Stadtführerin und nimmt uns zu Fuss auf eine spannende Entdeckungstour durch Danzig mit. Danzig ist die Königin der polnischen Ostseestädte und zieht seit Jahrhunderten mit ihrer schönen Architektur und der Lage am Fluss Besucher an. Daran hat sich auch nach dem 2. Weltkrieg nicht geändert, als die Stadt in Schutt und Asche lag. Heimatlos gewordene Polen aus anderen Gebieten des Landes liessen sich hier nieder und rekonstruierten die Stadt mit ihren historischen Bauten und Strassenzügen. Die Gebäudefassaden in der Altstadt sind farbenfroh und reich verziert. So ist z. B. auch das Gebäude der Kunstakademie ein wahrer Hingucker. Danzig strahlt eine friedliche Atmosphäre aus. Gemütliche Cafés und kleine Läden säumen die Strassen durch die Altstadt. Um die Mittagszeit erwartet uns ein kulinarischer Workshop. In einem Restaurant an der Uferpromenade lernen wir, wie man die traditionellen polnischen Pirogge Teigtaschen zubereitet. Mit umgebundener Schürze formen wir den Teig, stechen ihn in runde Formen aus, füllen ihn mit Fleisch und Käse und klappen den Teig zu. Nach ein paar Minuten über dem Wasser gedämpft, können wir die selbstgemachten Teigtaschen endlich verkosten. Diverse Grössen und Formen füllen den Tisch, aber eines haben sie gemeinsam – lecker sind sie allemal. Gut gestärkt geniessen wir noch etwas freie Stunden in der Stadt, bevor es mit dem Bus in den Kurort Sopot, in der Nähe von Danzig geht. Wir spazieren gemütlich über die Mole, ein langer Holzsteg, der mehrere Hundert Meter ins Meer hinausführt. Dabei geniessen wir die Nachmittagssonne, den warmen Wind und die letzten Sonnenstrahlen im Gesicht. Danach geht es mit dem Bus zurück nach Danzig, wo wir in einem traditionellen Restaurant unser letztes gemeinsames Abendessen geniessen. Während dem Spaziergang zurück ins Hotel, nehmen wir nochmals die letzten Eindrücke von Danzig auf. Im Hotel angekommen, setzen wir uns in die Bar und lassen die Highlights der Reise nochmals Revue passieren und geniessen das entspannte Beisammensein, bevor es am nächsten Tag nach Hause geht.

Michèle Funk

Michèle Funk, Produkt Managerin, begleitete unsere Polen Rundreise im Juli 2026.

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